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SEA & Google Ads

Retargeting mit Google Ads 2026: So holst du verlorene Website-Besucher zurück

17. Juli 2026·5 Min. Lesezeit·von Sophie
Retargeting mit Google Ads 2026 Titelbild

Retargeting (auch Remarketing genannt) ist eine Google-Ads-Strategie, mit der du Anzeigen gezielt Menschen zeigst, die deine Website bereits besucht, aber nicht gekauft oder angefragt haben. Über ein Tracking-Pixel oder Kundenlisten spielst du ihnen im Google-Displaynetzwerk, auf YouTube oder in der Google-Suche passende Erinnerungsanzeigen aus – und holst so wertvolle, „warme" Besucher zurück, die sonst für immer verloren wären.

Was ist Retargeting bei Google Ads überhaupt?

Im Schnitt kaufen nur 2–4 % der Besucher:innen beim ersten Website-Besuch direkt etwas. Der Rest verschwindet – oft, ohne dass du je wieder von ihnen hörst. Genau hier setzt Retargeting an: Ein kleines JavaScript-Snippet (das Google-Ads-Tag) markiert jeden Besucher deiner Website mit einem anonymen Cookie. Verlässt die Person die Seite ohne Kauf, kannst du sie anschließend gezielt mit Anzeigen „wieder ansprechen" – daher auch der deutsche Begriff Remarketing.

Der große Vorteil: Du wirbst nicht bei kalten, unbekannten Nutzer:innen, sondern bei Menschen, die dein Angebot bereits kennen. Das senkt die Kosten pro Conversion oft deutlich und erhöht die Klickrate spürbar im Vergleich zu klassischen Suchanzeigen.

Die wichtigsten Retargeting-Formate im Überblick

  • Standard-Remarketing: Displayanzeigen für frühere Website-Besucher im Google-Displaynetzwerk (über 2 Mio. Websites & Apps).
  • Dynamisches Remarketing: Zeigt automatisch genau die Produkte, die sich jemand im Shop angesehen hat – ideal für E-Commerce.
  • Remarketing-Listen für Suchanzeigen (RLSA): Passt Gebote und Anzeigentexte in der Google-Suche an, wenn frühere Besucher erneut suchen.
  • Video-Remarketing: Erreicht Menschen auf YouTube, die dein Video angesehen oder deinen Kanal besucht haben.
  • Kundenlisten-Remarketing (Customer Match): Spricht bestehende Kund:innen oder Newsletter-Abonnent:innen gezielt über E-Mail-Adressen an.

Retargeting mit Google Ads einrichten: Schritt für Schritt

1. Google-Ads-Tag oder Google Tag Manager einbinden

Zuerst brauchst du das Remarketing-Tag von Google Ads auf jeder Seite deiner Website – am saubersten über den Google Tag Manager. So sammelst du automatisch Besucherdaten, sobald jemand deine Seite aufruft.

2. Zielgruppen (Remarketing-Listen) definieren

Lege fest, wen du ansprechen willst: „Alle Website-Besucher der letzten 30 Tage", „Warenkorb-Abbrecher" oder „Besucher der Preisseite, die nicht konvertiert haben". Je präziser die Liste, desto relevanter – und günstiger – deine Anzeigen.

3. Kampagne im Displaynetzwerk oder RLSA anlegen

Wähle in Google Ads eine neue Kampagne, wähle „Displaynetzwerk" oder „Suchnetzwerk" und hinterlege deine Remarketing-Liste als Zielgruppe. Starte mit einem moderaten Tagesbudget und beobachte die ersten zwei Wochen genau.

4. Anzeigen erstellen, die wirklich erinnern

Gute Retargeting-Anzeigen sprechen den vorherigen Besuch direkt an: „Noch unentschlossen? Hier ist dein Rabattcode" wirkt deutlich besser als eine generische Werbebotschaft.

5. Frequency Capping setzen

Begrenze, wie oft eine Person deine Anzeige pro Tag sieht (empfehlenswert: 3–5 Impressionen/Tag). Zu viele Wiederholungen wirken aufdringlich und schaden deiner Marke.

Praxisbeispiel: So nutzt Markus Retargeting für seinen Online-Shop

Markus, 41, betreibt einen kleinen Online-Shop für Fahrradzubehör. Rund 96 % seiner Besucher:innen verließen den Shop bisher ohne Kauf. Nach der Einrichtung einer Warenkorb-Abbrecher-Kampagne mit dynamischem Remarketing sah Markus genau die Produkte wieder, die Interessent:innen liegen gelassen hatten – kombiniert mit einem kleinen Rabattanreiz. Ergebnis: deutlich mehr abgeschlossene Käufe bei vergleichsweise geringem Werbebudget, weil er nur „warme" Zielgruppen erneut ansprach statt neue, unbekannte Nutzer:innen zu gewinnen.

Retargeting vs. klassische Google-Ads-Kampagne im Vergleich

KriteriumRetargeting (Remarketing)Klassische Suchkampagne
ZielgruppeBekannte, frühere Website-BesucherNeue, unbekannte Nutzer:innen
Typische KlickrateHöher als reine DisplayanzeigenAbhängig von Suchintention
Kosten pro KlickMeist niedrigerOft höher, je nach Keyword
EinsatzortDisplaynetzwerk, YouTube, Suche (RLSA)Google-Suchergebnisse
ZielConversion sichern, ErinnerungNeue Nachfrage abschöpfen

Häufige Fehler beim Retargeting vermeiden

Zu breite Zielgruppen

„Alle Besucher der letzten 90 Tage" ist oft zu unspezifisch. Segmentiere lieber nach Verhalten (Warenkorb, Preisseite, Blog) für relevantere Anzeigen.

Kein Frequency Capping

Wer dieselbe Anzeige zwanzig Mal am Tag sieht, empfindet das schnell als aufdringlich – das schadet der Markenwahrnehmung mehr, als es Umsatz bringt.

Fehlende DSGVO-konforme Cookie-Einwilligung

Remarketing-Cookies dürfen in der EU nur nach ausdrücklicher Zustimmung über ein Cookie-Consent-Tool gesetzt werden. Ohne rechtskonformes Consent-Management drohen Abmahnungen.

FAQ: Retargeting mit Google Ads

Was ist der Unterschied zwischen Retargeting und Remarketing?

Inhaltlich sind beide Begriffe fast identisch gemeint. Google selbst nutzt offiziell den Begriff „Remarketing", während „Retargeting" im deutschsprachigen Marketing-Alltag ebenso gebräuchlich ist.

Wie lange bleibt jemand auf einer Remarketing-Liste?

Das legst du selbst fest – Google Ads erlaubt eine Mitgliedschaftsdauer von 1 bis zu 540 Tagen, je nach Kampagnenziel und Kaufzyklus deines Produkts.

Brauche ich für Retargeting eine Mindestanzahl an Website-Besuchern?

Ja, für Standard-Remarketing im Displaynetzwerk verlangt Google in der Regel mindestens 100 aktive Nutzer:innen auf der Liste, für RLSA meist mindestens 1.000. Details zu den genauen Anforderungen findest du in der offiziellen Google-Ads-Hilfe zu Remarketing-Listen.

Ist Retargeting mit Google Ads DSGVO-konform?

Nur mit korrekt eingebundenem Cookie-Consent-Banner, das eine echte Opt-in-Einwilligung einholt, bevor das Remarketing-Tag aktiv wird.

Was kostet eine Retargeting-Kampagne?

Das hängt von Branche, Wettbewerb und Zielgruppengröße ab – erfahrungsgemäß liegen die Kosten pro Klick jedoch oft unter denen klassischer Suchanzeigen, da die Zielgruppe bereits Interesse gezeigt hat.

Kann ich Retargeting auch ohne großen Werbe-Etat starten?

Ja. Gerade weil Retargeting-Zielgruppen kleiner und günstiger sind, eignet sich die Methode besonders gut für kleine Budgets – mehr dazu findest du in unserem Artikel zu Google-Ads-Strategien für kleines Budget.

Wie unterscheiden sich Keyword-Optionen und Retargeting?

Keyword-Optionen steuern, bei welchen Suchbegriffen deine Anzeige in der Suche erscheint – Retargeting steuert, wem deine Anzeige unabhängig von der aktuellen Suche erneut gezeigt wird. Details dazu liest du in unserem Artikel zu Keyword-Optionen bei Google Ads.

Bereit für den nächsten Schritt? 🚀

Retargeting ist nur eine von vielen Google-Ads-Strategien, die du in unserem Kurs SEA & Google Ads praxisnah lernst – inklusive Kampagnen-Setup, Tracking und Budgetsteuerung. Und das Beste: Über den Bildungsgutschein oder das Qualifizierungschancengesetz ist die Weiterbildung für viele zu 100 % gefördert. Schau dir jetzt unsere Kurse an oder sichere dir einen Platz in unserem kostenlosen Webinar – dein nächster Karriereschritt beginnt hier.

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